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    Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

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    Bahnbastler

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    Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  Bahnbastler am So 14 Dez 2014, 01:51

    Hallo,

    mal eine kleine Geschichte...

    Wir befinden uns im Süden Deutschlands und schreiben das Jahr 2014. Das Leben ist beschaulich in "Mark(us)dorf", der kleine Bahnhof ist schon fast ein Nebenbahn-Knoten mit eigener Lokstation! Hier treffen sich nämlich drei Strecken, zum einen die kleine Nebenbahn auf der meist nur Übergabe-Güterzüge unterwegs sind und Nahverkehrszüge, zum anderen die Verbindungsstrecke zwischen zwei Hauptbahnen mit ihrem höherwertigen Verkehr wie Eilzügen und natürlich die nur noch selten genutzte Nebenbahn nach "Larshausen". Noch sind überall Dampfloks und altrote Dieselloks im Einsatz, teilweise noch mit der alten Beschriftung ohne Computernummer - die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Doch die Idylle täuscht, schon sind die ersten ozeanblau-beige lackierten Maschinen hier angekommen, Jahre nach dem sie anderswo schon rot wären und die Dampfloks statt im Lokschuppen eher auf dem Schrottplatz zu finden sind...

    Der Alltag der Eisenbahner hier ist noch beschwerlich, die Bahn ist trotz vieler Autos und Lastwagen noch das Hauptverkehrmittel das fast den gesamten Personen- und Gütertransport stemmen muss. Viele träumen von den Erleichterungen die eine Elekrifizierung der Strecken und der Einsatz von Elektrolokomotiven mit sich bringen würde. Schon Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden Versuche gemacht die Strecken entsprechend umzurüsten, doch bis heute konnte die zuständige Bahndirektion ihre Versprechungen nicht einlösen. Ständig machte man neue Versuche, anderswo abgebaute Oberleitungsmasten wurden gehortet, Fahrdrähte gelagert und sogar E-Loks wurden überall zusammen gesammelt!

    Jahr um Jahr ging ins Land und nichts änderte sich. Manche E-Lok die in der Lokstation keinen Platz mehr fand oder die durch eine vermeintlich noch bessere E-Lok ersetzt werden konnte wurde im ebenfalls oberleitungslosen Larshausen abgestellt. Schlußendlich kam es wie es kommen musste, immer mehr Wartungsaufwand an den vorhandenen Lokomotiven machte es notwendig sich nach neuem Material umzusehen - doch was war das? Nein, da kam keine Elektrifizierung! Am morgen des letzten Sonntags fuhren drei weitere Dampfloks in die Lokstation ein um hier weiter erhalten zu werden! Wie man schnell feststellen musste war für diese nicht einmal mehr Platz vorhanden, so dass man eine Entscheidung treffen musste was passieren sollte. Endlich wollte man moderner werden und die alten Karren so schnell wie sie gekommen waren auch gleich auf den Schrott werfen. Es wurde verhandelt und verhandelt aber die Bahndirektion hatte ihre eigenen Pläne... Man hatte lange gerechnet, der Aufbau der Oberleitung würde Unsummen an Geld verschlingen und auch die dafür notwendigen Arbeiter waren einfach nicht vorhanden. Außerdem fürchtete man sich davor, sich wohl zu Recht in Mario Barth`s Sendung über die Verschwendung von Steuergeldern wieder zu finden! Deshalb war der Beschluß gefasst worden, dass in und um Markdorf auch weiterhin keine E-Loks fahren werden und diese nach und nach die Lokstation verlassen müssen. Einige Loks konnte man noch auf ungenutzten Gleisanlagen in Larshausen unterbringen, doch für die schon ozeanblau-beige 141 war einfach kein Platz mehr. Deshalb wurde sie Anfang dieser Woche zum Verkauf auf dem freien Markt angeboten. Zum Glück konnte zwischenzeitlich ein Käufer gefunden werden der die Lok nicht verschrotten wird, er wird sie sogar modernisieren und dann weiterhin bei sich einsetzen. Larshausen und Markdorf werden somit noch für lange Jahre ein letztes Reservat für Dampfloks und altrote Dieselloks bleiben. Sogar die Lokführer und Heizer können sich zwischenzeitlich mit dem Gedanken an "ihr Museum" anfreunden!

    Ende gut, alles gut!



    So, ich hoffe euch hat diese kleine (vorweihnachtliche) Geschichte gefallen, meine 141er von Märklin wird mich jedenfalls in den nächsten Tagen verlassen. Sie hat bei einem Forumsmitglied ein neues Betriebswerk gefunden...

    Ich wünsche euch schon mal frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2015! Wink

    Gruß
    Markus
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    nonnoherby

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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  nonnoherby am So 14 Dez 2014, 11:45

    Danke für diese nette Geschichte und ebenfalls ein frohes Weihnachtsfest!
    Für die Neujahrswünsche ist es aber noch zu früh, die gebe ich später!   Wink  Wink


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    LG und
    ciao  
    Herbert
     
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    raily

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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  raily am So 14 Dez 2014, 15:19

    Hallo Markus,

    ja in der Tat, eine wunderschöne Geschichte mit zu erwartendem "Happyend"! Very Happy

    Ich hoffe, der Käufer der 141 greift den Faden auf und erzählt die Geschichte bis zur Wiederaufnahme des Regelbetriebes
    der 141 weiter. bounce

    Lediglich vermisse ich eine Bebilderung, wie z. B. die Neuankunft der Dampfer, die abgestellten Elloks und vllt. sogar ein wenig
    aktuelles Betriebsgeschehen. Idea

    Viele Grüße,
    Dieter.


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    Bahnbastler

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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  Bahnbastler am Mo 15 Dez 2014, 18:21

    Hallo,

    wird bei Gelegenheit alles ausführlich nachgereicht Wink

    Gruß
    Markus
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    berglok
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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  berglok am Mo 15 Dez 2014, 22:14

    Hallo Markus,

    danke für die schöne Geschichte um den Verkauf deiner 141er. Möge sie ihrem neuen Besitzer viel Freude und Fahrspaß bereiten.

    cheers cheers cheers

    Gruß Ralph
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    Bahnbastler

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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  Bahnbastler am Di 16 Dez 2014, 01:15

    Hallo,

    hier wie von euch gewünscht einige Bilder...

    Die 3 verbliebenen Elektrolokomotiven, noch stehen sie an ihrem Platz in der Lokstation. Man erkennt unschwer, dass die einst für den Einsatz vor Personenzügen angeschafften Lokomotiven das Feld schon räumen mussten. Es sind nur noch Maschinen für den Güterzug- und Rangierdienst vorhanden, da wären natürlich die 194er (in welchem "BW" ist sie nicht zu finden?), die 151 als modernste der verbliebenen Maschinen und die kleine Baureihe 160. Noch am heutigen Abend werden sie nach Larshausen geschleppt werden, wo man sie dann weiterhin erhalten wird oder vielleicht auch früher oder später verkaufen - Interessenten sollte es für solche Maschinen ja durchaus geben...




    Hier stehen die 3 Neuankömmlinge die sie ersetzen sollen. Allesamt wurden sie vermutlich in den Jahren ab 1972 bis 1980 in den Hallen der Lokomotivfabrik Fleischmann in Nürnberg gebaut. Leider lassen sich die Fabrikschilder nicht mehr finden, hier hatten sicher wieder diese unmöglichen Souvenierjäger ihre Finger im Spiel... Doch der Reihe nach, für den schweren Verschub- und Nebenbahndienst hat man die Baureihe 94 angeschafft, sie sollte der urspünglich vorgesehenen 160er natürlich deutlich überlegen sein! Da sich auch ein Bedarf nach universell einsetzbaren Lokomotiven herausgestellt hatte, hielt man nach Baureihen Ausschau welche für ihr breites Einsatzgebiet bekannt sind. Mit viel Mühe konnte man sowohl eine Baureihe 64 als auch eine Baureihe 38 mit dem großen Wannentender finden. Alle Maschinen befinden sich zum Glück in einem neuwertigen Zustand. Man könnte fast meinen sie hätten zusammen über viele Jahre nur in einem Lokschuppen in "Schachtelheim" ihr Dasein gefristet! Nach kleineren Reparaturen und Umbauten konnten die Baureihen 64 und 38 bereits in Betrieb genommen werden. Bei der Baureihe 94 fehlt jedoch noch ein Teil der elektrischen Ausrüstung, so dass hier noch etwas Geduld gefordert ist. Zum Glück steht mit der Baureihe 290 eine ebenso starke Lok zur Verfügung...









    So, das sind die Bilder der Neuankömmlinge. Ich hoffe die drei gefallen euch so gut wie mir...

    Gruß
    Markus
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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  berglok am Di 16 Dez 2014, 01:40

    Moin Markus,

    oh ja, die Neuankömmlinge gefallen. Besonders die 94er. Auch eine Baureihe, die man in Hamburg antreffen konnte.

    Aha, und deine drei "Elektrogeräte" werden über Larshausen irgentwann in Schachtelheim oder Kartonshausen eintreffen.

    Viele meiner Loks ruhen derzeit auch im BW OVP-Dorf oder Ersatzpackungshausen. Sad

    Danke fürs zeigen,
    VG Ralph
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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  raily am Di 16 Dez 2014, 05:33

    Moin Markus,

    einfach klasse der Bilderreigen, danke. Very Happy

    Ja, stell die Elloks mal schön in Position, die 194 u. die 151 sind ja wahre Augenweiden und das "häßliche Entlein" (E60 /160) nicht vergessen,
    u. U. könnten sie ja mal bei einer befreundeten Bahngesellschaft in deiner Nähe aushelfen. Idea

    'ne 38er kommt immer gut, besonders das Flm-Modell, das ich auch für sehr gelungen halte,
    die 94 v. Flm steht noch auf der Beschaffungsliste, während die 64 bei mir von Roco ist.

    Viele Grüße,
    Dieter.



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    nonnoherby

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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  nonnoherby am Di 16 Dez 2014, 11:15

    Servus Markus!
    Was mir gefällt außer den Elektrolokomotiven ist die kleine Lorenbahn auf dem zweiten Foto. Die habe ich auch und möchte mir auch noch einige Wagen aus N-Spurmaterial selbst dazubauen.
    LG
    Herbert


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    ciao  
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    raily

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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  raily am Sa 20 Dez 2014, 00:10

    Hallo Leute, hallo Markus,

    ihr habt sicher schon geahnt, wer der Käufer ist, Wink
    nun ist es raus, denn sie ist heute gegen abend hier im "Testkreisstadtland" angekommen und sofort ins AW geschafft worden.
    Dort wurde sie mit Hamo-Magnet und ESU-Lopi 4 digitalisiert, bekam noch KK u. schwarze Pantos u. das Spitzenlicht machen nun LED-Birnchen.
    So schaut sie nun aus:




    Dann wurde sie dem Betriebsdienst übergeben und durfte sogleich, zusammen mit ihrer Schwester, Güterzüge befördern:




    Und ein etwas anderer Blickwinkel:





    (Die ursprünglich darauf gewesenen roten Pantos, sind natürlich nicht entsorgt worden,
    sondern sie trägt jetzt die Spenderlok anstelle der schwarzen.)


    Viele Grüße,
    Dieter.


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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  Bahnbastler am Sa 20 Dez 2014, 01:36

    Hallo,

    es ist erfreulich zu sehen, dass die Lok an ihrer neuen Einsatzstelle schon im Einsatz ist - zudem noch mit Umbauten und Verbesserungen im Blitztempo! cheers

    Gruß
    Markus
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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  berglok am Sa 20 Dez 2014, 21:37

    Moin Jungs,

    dann ist die Lok nach kurzer "Aufarbeitung" im BW ja schon im Dienst.

    Gruß Ralph
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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  Bahnbastler am So 21 Dez 2014, 20:59

    Hallo Herbert,

    hier noch einige Bilder von der Feldbahn und den dafür umgebauten Spur N Wagen...











    Gruß
    Markus
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    Re: Die Geschichte unserer Anlage oder "Warum sie uns verlassen musste - die 141er..."

    Beitrag  Bahnbastler am So 08 Feb 2015, 14:01

    Hallo,

    wie das Leben so spielt gibt es manchmal wirklich positive Zufälle. Zuletzt konnte die lokale Bahndirektion die Maschinen der Baureihen 38, 64 und 94 erwerben. Kaum hatten die Loks hier Einzug gehalten und waren an die örtlichen Betriebsgegebenheiten angepasst worden, tauchten in den Ausmusterungslisten des selben BW eine Baureihe 23 von einer Salzburger Lokomotivfabrik und eine Baureihe 89 der Fleischmannschen Lokomotivfabriken Nürnberg auf! Da man sich bei der ausmusternden Bahnverwaltung wohl nicht über die Maßen hinaus bereichern wollte, wurde schnell ein Termin für die Abholung der Lokomotiven vereinbart.

    Dort angekommen konnte neben den Räumlichkeiten für die dortige Museumsbahn auch eine große Modellbahnanlage (im Bau) besichtigt werden. Während der Prüfung der Maschinen konnten durch den mitgereisten Bahnhofsvorstand von Larshausen noch einige Güterwagen begutachtet werden die auch noch umbeheimatet werden konnten.

    Hier Bilder der beiden Loks, deren Umbau für die hiesigen Verhältnisse zwischenzeitlich erfolgt ist und im "Umbaubericht" veröffentlicht wurde...





    Gruß
    Markus

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