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    So ist´s in Ordnung - nur beim Telefon kann man aufhängen, wenn man sich verwählt hat! (Warnung für Österreich)

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    Pikologe

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    So ist´s in Ordnung - nur beim Telefon kann man aufhängen, wenn man sich verwählt hat! (Warnung für Österreich)

    Beitrag  Pikologe am So 08 Sep 2013, 09:20

    Hallo zusammen,

    in wenigen Wochen, am 2. Dezember, jährt sich der deutsche Bundestagsbeschluß zur Bahnreform zum 20. Mal.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnreform_(Deutschland)
    Der Beschluß wurde mit 558 ja und wenigen nein Stimmen angenommen.
    Hier http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_1994 kann man sehen, aus welchen Lagern die Stimmen ungefähr kamen.

    An dieser Stelle möchte ich etwas Rückschau halten, um ein wenig vor Augen zu führen, was erreicht wurde. Eine Vollständigkeit kann hier nicht gewährleistet werden, da es sonst den Rahmen eines normalen Postings überschreiten würde.

    Wiederauslöser für diese Betrachtungen war:


    Der richtige Auslöser kam im Urlaub 2012, als ich während eines Ausfluges am Bahnhof Weichensdorf, einst gelegen an der eingleisige Hauptbahn Cottbus - Grunow (-Frankfurt/ Oder), vorbei kam. Weichensdorf ist vielen Eisenbahnfreunden noch ein Begriff, denn in den achtziger Jahren wurden dort gern 52.80 fotografiert. Außerdem sorgten gewisse Fahrten der Cottbuser Heiz 44er für Aufsehen.

    Wie sah es 2012, also fast 20 Jahre nach der Bahnreform aus?
    Zugang zum Bahnsteig:


    Am Bahnsteig 1 fährt ein - nein es wachsen mehrjährige Kiefern und Birken:




    Bahnübergang und Stellwerk:

    Hier werden sich nie mehr Schranken senken!

    Ist´s so in Ordnung???


    Nun versteht nicht falsch, das ist nur Weichensdorf. Jeder wird sein "persönliches Weichensdorf" haben oder bei etwas genaueren Hinschauen schnell finden. Sei es nun die Zweigstrecken in Franken, die durch MORA-C den Verkehr verloren haben, stillliegende Rangierbahnhöfe im Ruhrgebiet... Weichensdorf ist für mich das Sinnbild einer gescheiterten Verkehrspolitik der letzten 20 Jahre und länger.

    Was wurde alles vollmundig betont:
    - mehr Verkehr auf die Schiene
    - mehr Investitionen
    - Auffangen des Mehrverkehrs durch den Schienenverkehr
    Ich muß mir die Ohren zuhalten, wenn ich mir weitere Reden von damals vergegenwärtige. Alles Blablabal - im griechischen steht Blablabal treffend für Schwachsinn.

    Den Marktanteil der Eisenbahn ist im Link obiger Grafik eindeutig sichtbar, wie auch bei weiteren Recherchen in Statistiken des Bundesministeriums für Verkehr.

    Was die Investitionen betriff, steht Deutschland pro Kopf ganz weit hinten im europäischen Vergleich. Kein Wunder! Ein Teil der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit sind immer noch nicht fertig. Elektifizierungslücken findet man quer durch unser Land. Hof - Nürnberg/ Regensburg , München - Lindau... Der Streckenausbau und Elektrifizierung gen EU Osterweiterung hinkt um Jahre hinterher:
    Angermünde - Stettin immer noch eingleisig und ohne Fahrdraht und ohne Fernzüge
    "100 Kilomterlücke 1 ohne Draht": Berlin - Küstrin
    "100 Kilomterlücke 2 ohne Draht": Hoyerswerda - Horka
    "100 Kilomterlücke 3 ohne Draht": Dresden - Görlitz/ Weglinec ohne Fernzüge
    Noch ne Lücke: Kein Strom Nürnberg - Cheb

    Nordseehäfeninterlandverkehr: Völlig überlastete Strecken - die "Y Trassen", ja was war das wohl?

    Einfache Dinge, wie der durchgängige zweigleisige Ausbau Stuttgart - Crailsheim habe ich noch auf keiner Agenda gelesen.

    Dies sind nur einige Punkte wo es hakt.

    Die Politik hat den Eisenbahnen gewisse Tugenden abgewöhnt, wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.
    Ohne Rangfolge kann man täglich irgendwelche großen und kleinen Katastrophen bei den News lesen, von Mainz über Meridan bis zu sonstwas. Einfache Dinge, die für eine Eisenbahn selbstverständlich sind, wie das Umspannen von E auf Diesellok, dort wo der Fahrdraht eben mal aufhört oder das Ansetzen von Verstärkungswagen an Verkehrstagen, wie Freitag und Sonntag sind immer weniger geworden. Massive Abbestellungen im Regionalverkehr durch die Politik sind die Folge dessen, daß die Finanzwirtschaft vor der Realwirtschaft (viele ländliche Gegenden sind verweist) regiert. Steuern sind nur dazu da Staatseinnahmen zu machen, nicht dazu da den Verkehr zu "steuern"
    Egal welche Regierungskoalition wir in den letzten 20 Jahren hatten, es wurde nicht irgendwo ansatzweise nach einem Regierungswechsel etwas besser.
    Man könnte noch den ganzen Tag schreiben, aber an dieser Stelle soll ein Strich sein.

    Meine Bitte an Euch:
    Bevor ihr zur Wahl geht, nehmt Euch die Zeit und denkt vorher nach. Wo mache ich für mehr und bessere Eisenbahn meine Kreuze. Es wird schwierig sein, aber traut Euch den Parteien, die versagt haben durch Eure Stimme die Quittung zu gegen. Extrem rechts und links sind tabu, ebenso wie Fernbleiben, denn dann bekommt der Gegner den Vorteil. Findet ihr Euch gar nicht wieder, dann macht die Stimme ungültig, denn dann bekommt keine Partei (über die Umlagen) das Geld.
    Kurz bevor ihr in der Wahlkabine Euer Kreuz macht, denkt nochmal kurz an meine Zeilen zur Eisenbahn!

    Ich danke für Euch für´s Lesen!

    Euer Ronny




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    Re: So ist´s in Ordnung - nur beim Telefon kann man aufhängen, wenn man sich verwählt hat! (Warnung für Österreich)

    Beitrag  Karl am So 08 Sep 2013, 21:30

    In der Tat: Sehr traurige und nachdenklich stimmende Bilder ... Was mich in diesem Zusammenhang interessiert: Ähnliche Ansichten bieten sich mir auch fallweise bei Ausflügen entlang der (ehemaligen) Hauptbahn Simbach - Mühldorf - München oder Landshut - Mühldorf - Freilassing. Wieso werden die überflüssigen Gleise nicht "zurückgebaut" sondern einfach liegengelassen, sodass sie zuwuchern? Lohnt sich nicht einmal mehr ein bisschen Arbeitseinsatz, um zumindest das Material sinnvoll zu recyclen? Ist Eisen auch nix mehr Wert?

    Mit sehr nachdenklichen Grüßen aus dem Innviertel,
    -Karl

    Pikologe

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    The end

    Beitrag  Pikologe am Mi 11 Sep 2013, 19:14



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