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    Nur ein Kurzbericht: Pikos "Goldbrolier", BR 344

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    Knolps

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    Nur ein Kurzbericht: Pikos "Goldbrolier", BR 344

    Beitrag  Knolps am Di 06 Nov 2012, 15:53

    Hallo,

    vor wenigen Wochen wurde wieder eine Neukonstruktion aus der Expert-Reihe von Piko vorgestellt. Da mein angekündigter Bericht über die 01.5 aus dem selben Hause trotz schon einiger geleisteter Vorarbeiten noch ein paar Stündchen verschlingen wird und ich hier trotzdem nicht nur als stummer Mitleser in Erscheinung treten möchte, stelle ich Euch diese Lok in einem kleinen Bericht und ohne großartige Bilder vor.

    Nach dem Auspacken der liebevoll-spöttisch auch "Goldbroiler" genannten Lok fallen sofort die zwar gerade (im Sinne von: nicht schief) eingeklebten, aber trotzdem irgendwie verbogenen Griffstangen auf dem Umlauf ins Auge. Natürlich kann man das wieder "gerade biegen", aber vor dem Öffnen ist das nicht sehr sinnvoll, da sonst das gleiche Spiel von vorn losgeht...
    Hier wäre man mit einer Ausführung aus Metall deutlich besser gefahren. Um das ganze zu verdeutlichen gibt es an dieser Stelle eine Aufnahme. Der einfach ausgeführte Führerstand ist übrigens nur bis zum Bedienpult nachgebildet.



    Die über den gut nachgebildeten Trittstufen angebrachten Griffstangen an den Vorbauten sind freistehend, aber trotzdem so, dass man kein Preiserlein hindurch schieben kann, angebracht, was aber aus der "normalen" Perspektive kaum auffällt. Die sofort auffallenden, umlaufenden Handläufe sind dagegen nur angespritzt, was, verbunden mit der fehlenden farblichen Absetzung, einen etwas spielzeughaften Eindruck hinterlässt. Verstehe, wer will.. Rolling Eyes

    Bleiben wir bei den Stangen, begeben uns nun aber etwas tiefer, zu den Kupppelstangen. Diese sind völlig flach ausgeführt und haben nicht das typische Profil, das zudem gut gegen Verbiegungnen schützen würde. Dies ist besonders tragisch, da das Getriebe nur auf eine (!) Achse wirkt und die Kuppelstangen die Kraft verteilen müssen, für mich eindeutig der größte Minuspunkt! Gerade eine Rangierlok wie die V60 lebt doch von guten Fahreigenschaften. Die in der Folge verdrehten Achsen sind auch auf dem nachfolgenden Foto zu sehen:



    Die Rangierfunkantenne auf dem Führerhausdach, die man übrigens - genau wie beim alten Gützold-Modell - nicht im Führerhaus stecken lassen sollte, sitz bei meinem Modell leider etwas schief, vielleicht kann man das noch irgendwie richten.
    Völlig überflüssig ist bei dem Modell natürlich noch die weiß/rot wechselnde Spitzenbeleuchtung, die eine Rangierlok so gut wie nie braucht. Das Schlusslicht lässt sich nur mit einigen Eingriffen an den LED-Platinen abschalten, ähnlich müsste man bei dem typischen Rangiersignal verfahren.

    Punkten kann das Modell hingegen mit der Bedruckung. Trotz der hohen Vergrößerung ist diese noch einwandfrei lesbar:



    Wer sich das Modell etwas näher von innen ansehen möchte, der gehe am besten wie folgt vor: Nach dem Lösen der beiden Schrauben im Fahrwerksbereich (vgl. Bedienungsanleitung) ist das Gehäuse nicht wie in selbiger beschrieben einfach nach oben abzuziehen, sondern muss dabei im Bereich des Umlaufes zusammengedrückt werden. Mir ist dadurch eine der Rastnasen abgebrochen. Piko hat hier aber inzwischen nachgebessert und eine verbesserte, bebilderte Anleitung u. a. im Webshop bereitgestellt. Auch nicht sonderlich überzeugend ist das Gewinde, in das besagte Schrauben gehören, es ist einfach in den Gehäusekunststoff geschnitten. Wohl oder übel wird sich das irgendwann aufbröseln, und dann ist denen, die ein exklusiv bedrucktes Modell haben, nicht mehr wirklich zu helfen. Evil or Very Mad

    Grundsätzlich weiß das Modell ja in vielen Punkten zu überzeugen, aber die etwas halbherzige Umsetzung im Bereich der Handläufe und vor allem beim Antrieb stimmen mich nachdenklich. Dummerweise besitzt das Gützold-Modell die gleichen Fehler. So oder so, die Hoffnung auf ein "perfektes" Modell (à la Roco BR 250, oder so...), was bei diesem damals allgegenwärtigen Vorbild durchaus angebracht wäre, wurde durch diesen Kompromiss erheblich gedämpft. Und wenn wir mal ehrlich sind, so richtig nützt die Lok so ja auch niemandem: Die Rangierfreunde bemängeln (zurecht!) den Antrieb, die Vitrinenbahner wünschen sich eine optisch bessere Umsetzung, und die, die einfach noch spielen wollen, geben vergleichsweise viel Geld für eine Lok aus, bei der dann doch ab und zu die Handstangen abbrechen. Aber egal, mir gefällt die Lok, und vielleicht seht Ihr das ja genauso.

    Viele Grüße,
    Oli

    PS: Ihr habt schon recht, eigentlich müsste man ja dazu noch einen Vergleich zum alten Gützoldmodell schreiben, aber ja, worüber könnte man eigentlich nichts schreiben? Egal, irgendwann... Cool
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    spassbahner
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    Re: Nur ein Kurzbericht: Pikos "Goldbrolier", BR 344

    Beitrag  spassbahner am Di 06 Nov 2012, 19:44

    Hallo Oli

    Herzlichen Dank für Deinen tollen Bericht!

    Ich wollte mir die Lok auch bestellen, werde es aber nach Deinem Bericht wohl sein lassen.

    Meine drei Pikoloks laufen seit Jahren zuverlässig, der Antrieb wird über Zahnräder auf alle Achsen verteilt und krumme Griffstangen hatten die Loks schon damals Very Happy









    LG

    -Bruno
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    Knolps

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    Re: Nur ein Kurzbericht: Pikos "Goldbrolier", BR 344

    Beitrag  Knolps am Di 06 Nov 2012, 20:46

    Hallo Bruno,

    die von Dir gezeigten Loks haben aber mit dem Piko-Modell überhaupt nichts zu tun. Das ist das alte Gützold-Modell (ab 1981), welches überarbeitet noch bis zum Schluss vertrieben wurde, mitlerweile ist es aber wohl auch ausverkauft. Sehr entscheidend ist, wie es mit der Ersatzteilversorgung für die alte wie die neue Gützold-Maschine aussieht. Bisher war das einwandfrei, aber es weiß eben keiner, wie es weitergeht. Im Schlimmsten Fall garnicht, dann wäre mindestens eine Deiner 106 ganz schnell Ersatzteilspender Crying or Very sad

    Und, ganz schlecht ist die Piko-Neukonstruktion ja auch nicht, nur das ungeteilte Lob, was in letzter Zeit verbreitet wurde, wollte ich nicht so ganz stehen lassen. Es ist eben auch nicht alles reines Gold, was glänz, wenngleich von Piko schon einige echte Highlights gekommen sind. Keinesfalls wollte ich das Modell durchweg schlechtreden, denn genauso viel gäbe es an den beiden Gützold-Auflagen zu kritisieren. Von daher: Der Vergleich kommt...irgendwann Rolling Eyes ..., aber um Gützold zu kritisieren, ist nun wirklich nicht der richtige Moment.

    Den Satz zur Rangierfunkantenne solltest Du Dir allerdings nochmal durchlesen. Laughing

    Viele Grüße,
    Oli
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    Re: Nur ein Kurzbericht: Pikos "Goldbrolier", BR 344

    Beitrag  spassbahner am Mi 07 Nov 2012, 19:11

    Hallo Oli

    Ich hab' ja auch nicht geschrieben dass meine Modelle etwas mit dem aktuellen Pikomodell zu tun haben.

    Bei meinen drei Loks handelt es sich um alte Pikomodelle:



    Das man die Rangierantenne rausziehen kann ist mir bekannt.

    Gruss Bruno
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    Piko, Gützold und die V 60

    Beitrag  Knolps am Mi 07 Nov 2012, 19:58

    Hallo Bruno,

    und genau da liegt Dein Fehler. Dein Modell hat mit Piko überhaupt nichts zu tun, Piko hat vor 2012 noch nie eine V60 gefertigt. Deine Modelle sind nach wie vor von Gützold (in meinem Bericht mit 'alte Auflage') beschrieben und wurden natürlich in Zwickau gefertigt (seit 1981).

    Dass unter der Lok zu DDR-Zeiten Piko stand, hängt mit der Kombinatsordnung in der DDR zusammen, die m. W. 1971 eingeführt wurde. Mit der Verstaatlichung musste natürlich der Name Gützold verschwinden, das Werk in Zwickau unterstand fortan dem VEB Plasticart, Annaberg-Buchholz. Vertrieben wurden die Modelle aber, wie fast alle Modellbahn-Fahrzeuge, durch das Kombinat Piko, Sonneberg. Und genau desshalb stand deren Name auch fortan auf allen Kisten und unter den meisten Loks. Bei einigen, vor 1971 produzierten Modellen (z. B. BR 110) wurde der Gützold-Schriftzug lediglich entfernt und kein Piko-Aufdruck hinzugefügt. Für den Laien war eine Herkunftsbestimmung ohne tiefergehende Recherche nun nicht mehr so einfach möglich, aber es wurde auch nichts falsches darauf geschrieben. Da die 106er aber erst nach der Verstaatlichung von Gützold entwickelt wurde, hat man gleich das Piko-Logo eingestanzt.
    Erst nach der Reprivatisierung von Gützold wurde die Lok unter dem richtigen Namen vertrieben, verbunden mit einigen Verbesserungen (Bühlermotor, Schwungmasse). Im Jahr 2000 wurde die Technik dann umfassend überarbeitet, die neuen Loks erhielten zur Unterscheidungen Artikelnummern ab 41000. Und ja, ob und wie die Geschichte jetzt überhaupt weitergeht, darauf sind zur Zeit Alle gespannt Smile

    Ich weiß, ist eben alles ein wenig kompliziert, aber uninteressant finde ich es auch nicht.

    Viele Grüße, und hoffentlich noch viel Spaß mit Deinen V60,
    Oli
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    TEE2008

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    Re: Nur ein Kurzbericht: Pikos "Goldbrolier", BR 344

    Beitrag  TEE2008 am So 11 Nov 2012, 10:31

    Hallo,
    unter FAQ´s hat Piko auf seiner Homepage eine bebilderte Anleitung, was man beim Öffnen der V 60 zu beachten hat:
    http://www.piko-shop.de/index.php?vw_type=5&vw_name=detail&vw_id=14&PHPSESSID=2287kr0jv76863ragqcq21g3g3 -----> ,,Was ist beim Öffenen der V60 zu beachten?"

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    Re: Nur ein Kurzbericht: Pikos "Goldbrolier", BR 344

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